„KooKiE“ –
Kooperative Klima- und Energiebildung

Deutsch-Russisches Kooperationsprojekt

русский

Von 2014 bis 2015 begleitete der Trägerverbund Burg Lenzen e. V. als Projektträger deutsche und russische Projektpartner aus schulischen und außerschulischen Einrichtungen bei ihrer Arbeit. Die Partner des Netzwerks trafen sowohl in Norddeutschland als auch in Kaliningrad mehrfach zum Erfahrungsaustausch zusammen. Themenschwerpunkte der Workshops und Schulungen waren „Klimawandel und Klimaschutz“, „Energieerzeugung, Energienutzung und Energiesparmöglichkeiten“ sowie „die Rolle von Ernährungsgewohnheiten zur Schonung des Klimas“. Das Projekt wurde zu 50 % mit Mitteln der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert.

Die guten Beziehungen im bestehenden Netzwerk der Partner aus Niedersachsen und dem Kaliningrader Gebiet (Russische Föderation) waren die Basis für dieses spannende deutsch-russische Bildungsprojekt zu den brandaktuellen Themen Klima und Energie.

Vor allem in der Kaliningrader Region können diese Themen noch stärker als bisher üblich in den Fokus der Bildungsarbeit gestellt werden. Um hier Impulse zu geben, Wissen aufzubauen und zu veranschaulichen, dass das eigene Handeln in Bezug auf die Klimaentwicklung eine große Bedeutung hat, war ein Ziel der Projektpartner, gemeinsam Lehrangebote für Schulen und außerschulische Bildungseinrichtungen auf- und ausbauen. Dabei sollte nachhaltiges Handeln in Verbindung mit Ressourcennutzung diskutiert und reflektiert werden.

Zielgruppen der Aktivitäten waren sowohl SchülerInnen allgemeinbildender Schulen als auch LehramtsanwärterInnen und ReferendarInnen aus beiden Projektregionen.

Folgende Teilprojekte fanden im Projektverlauf statt:

  • Im Mai 2014 startete als Auftakt der Projektaktivitäten das Waldpädagogikzentrum (WPZ) in Göttingen mit einem deutsch-russischen Jugendaustausch „Klimaschutz im eigenen Lebensraum“. 22 Schüler und Schülerinnen aus Niedersachsen und Kaliningrad im Alter von 14 bis 16 Jahren erweiterten ihr Wissen und legten selbst Hand bei Naturschutzarbeiten an. Sie bewerteten Lebensräume und reflektierten den Umgang mit Ressourcen und Energie. Im Ergebnis sollte das Erlebte durch Erfahrungsberichte und Interviews in einem Film und weiteren Präsentationstechniken festgehalten werden. Kooperationspartner des WPZ Göttingen sind CEBET, Eco-Forum und die deutschen und russischen Schulen. Den fertigen Film finden Sie am Ende dieser Seite.
    (weitere Informationen: Niedersächsische Landesforsten)
  • „Klimaschutz auf dem Teller“: Unter diesem Titel wurde Anfang 2015 eine 5-tägige Schulung in Kaliningrad mit Workshops, Referaten und Exkursionen durchgeführt. Den Schwerpunkt bildete die Qualifizierung der Teilnehmenden (russische und auch deutsche Lehrkräfte, Lehramtsanwärter und -studierende) zum Thema „Einfluss der Ernährung auf Klima und Umwelt“. Vorhandene Bausteine für Unterrichtsmaterialien wurden aufgegriffen, weiterentwickelt oder neu erarbeitet. Die filmische Dokumentation einzelner Schulungsbausteine erfolgte auch in diesem Teilprojekt, das federführend durch das Beratungsunternehmen fischerconsulting.net, in enger Kooperation mit der Leuphana Universität Lüneburg sowie der Baltischen Föderalen Immanuel Kant Universität Kaliningrad, konzipiert und umgesetzt wurde.
    (weitere Informationen: fischerconsulting.net)
  • Um den Erfahrungsaustausch und Dialog mit Kaliningrader PädagogInnen fortzuführen, veranstaltete die Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz (NNA) in Schneverdingen im Frühjahr 2015 einen 7-tägigen Multiplikatorenworkshop zur Vermittlung und Erprobung von methodischem Rüstzeug für eine moderne Klima- und Energiebildung. Die thematische Arbeit wurde durch eine Exkursion zu einem außerschulischen Lernort ergänzt. Ziel dieser Schulung war es, den 24 Teilnehmenden aus beiden Projektregionen zum einen ein Spektrum der in Deutschland und Russland erprobten Methoden und Inhalte zur Energie- und Klimabildung vorzustellen und zu erläutern. Zum anderen sollten die in den beiden ersten Teilprojekten verwendeten praktischen Methoden für die Abschlussveranstaltung sowie für die weitere Nutzung im Multiplikatorenbereich (z. B. Lehrerausbildung und Weiterbildung) didaktisch und methodisch aufbereitet werden. Die Teilnehmenden wurden dabei auf ihre spezielle Multiplikatorenrolle (u. a.) für die Veranstaltung zum Abschluss des Gesamtvorhabens vorbereitet.
    (weitere Informationen: NNA)
  • Abschlussveranstaltung auf der Burg Lenzen: Die Ergebnisse und Erfahrungen aus den drei vorangegangenen Projektbausteinen wurden zusammengeführt und im November 2015 auf der Burg Lenzen auf einem 5-tägigen Seminar angewendet, überprüft und weiterentwickelt. Zu dieser Abschlussveranstaltung wurden 19 SchülerInnen aus Niedersachsen und Kaliningrad eingeladen, die bisher noch wenig Kontakt mit der Materie hatten. Sie wurden von den MultiplikatorInnen, die im Laufe des Projektes qualifiziert wurden, sowie auch von den erfahrenen ProjektpartnerInnen über das Thema Klima und Energie unterrichtet. So konnten die SchülerInnen im Modul „Ernährung und Klima“ zum Beispiel saisonale und regionale Kochzutaten verarbeiten, in einem „Upcycling“-Workshop Lebensmittelverpackungen ein zweites, „kreatives“ Leben schenken und in einem Quiz ihr Wissen zum ökologischen Fußabdruck testen. Im Unterrichtsbaustein „Wald und Klima“ wurden Bäume des Burgparks vermessen und Modellrechnungen angestellt, um herauszufinden, wie viel CO2 ein Baum binden kann und wie viele Bäume benötigt werden, um beispielsweise die Herstellung von einem Kilogramm Fleisch auszugleichen. Schließlich diente ein Rollenspiel im Modul „Windkraft oder Wald“ dazu, mit vier Interessensgruppen über die Vor- und Nachteile von Windkraftanlagen mit Blick auf das Ökosystem Wald zu diskutieren, um einen klimafreundlichen Konsens zu finden.

Als Resultat wird neben „weichen“ Faktoren wie Bewusstmachung, Erfahrungsaustausch und Sensibilisierung auch ein „handfester“ Output ereicht: Es wurde ein Handbuch mit Unterrichtsmaterialien entwickelt, z. B. zum Thema „Klimaschutz auf dem Teller – Einfluss der Ernährungsentscheidungen auf das Klima". Grundlage für Inhalt und Umfang bildeten die während des Seminars in Kaliningrad erarbeiteten und in der Abschlussveranstaltung überprüften und weiterentwickelten Unterrichtsbausteine. Die zweisprachige Handreichung enthält inhaltliche, methodische und didaktische Elemente sowie Arbeitsmaterialien wie Leitfäden, Kopiervorlagen und Arbeitsblätter. Sie richtet sich an weiterführende Schulen und ist ein wichtiger Baustein zur Verstetigung der Themen und Einbindung in das schulische Curriculum. Durch die Veröffentlichung in digitaler Form wird eine Verbreitung und Nutzung Dritter ermöglicht, z. B. durch Schulen, Lehrerseminare sowie im Rahmen verschiedene BNE- und Bildungsportale. Beispielhafte Sequenzen der Teilprojekte sowie auch der Abschlussveranstaltung wurden filmisch verarbeitet und die Anwendung der erarbeiteten Unterrichtsmaterialien und Lehrinhalte für die spätere Nutzung im Unterricht dokumentiert. Mit diesem Film (z. B. „Climate and Energy Mov(i)ements“) liegt visualisiertes Lehrmaterial vor, dass herkömmliche Arbeitsmaterialien in Papierform ergänzt. (zu den Unterrichtsmaterialien)

Auf deutscher Seite agierten:

  • Niedersächsische Landesforsten (Waldpädagogikzentrum Göttingen)
  • Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz (NNA), Schneverdingen
  • fischerconsulting.net (Beratungsunternehmen für Ernährung, Bildung und Nachhaltige Entwicklung), Lüneburg
  • Gymnasium Hittfeld und Theodor-Heuss-Gymnasium Göttingen
  • Leuphana-Universität Lüneburg

Die russische Seite wurde vertreten durch:

  • CEBET (Kinderzentrum des Kaliningrader Gebietes für Umwelt- und Biologische Bildung und Tourismus)
  • Bildungsministerium Kaliningrad
  • Baltische Föderale Immanuel-Kant-Universität
  • Eco-Forum
  • Europainstitut Klaus Mehnert
  • diverse Kaliningrader Schulen

Darüber hinaus begleitete und unterstützte BTE Tourismus- und Regionalberatung (Berlin) die Zusammenarbeit und den Erfahrungsaustausch.

 

 

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